Wie E-Sport-Rennspiele Spieler in digitale Rennfahrer verwandeln

Der E-Sport wird hauptsächlich von kompetitiven Ego-Shootern (FPS) und Multiplayer-Online-Battle-Arena-Spielen (MOBA) dominiert. Mit diesen Top-4-E-Sport-Spielen steigt auch die Zahl der Wettbewerbe und Meisterschaften stetig an. Doch andere Spielgenres finden zunehmend ihren Weg in diese florierende Branche, darunter auch Autorennen.

Rennspiele erfreuen sich in letzter Zeit großer Beliebtheit, mit eigenen E-Sport-Ligen und Turnieren. Moderne E-Sport-Rennspiele legen den Fokus auf ein authentisches und realistisches Fahrerlebnis mit hoher Simulationsgenauigkeit. Dieser Artikel beleuchtet die neue Welle von E-Sport-Spielen und wie sie ein realistisches Verständnis für professionellen Rennsport vermitteln.

Die Entwicklung von E-Sport-Rennspielen

Die Geschichte der E-Sport-Rennspiele reicht bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Eines der frühesten E-Sport-Rennspiele war Gran Turismo 3: A-Spec, das 2001 von Sony Interactive Entertainment veröffentlicht wurde. Es bot Mehrspieler-Rennen und eine Sammlung von 700 Fahrzeugen. Später, im Jahr 2007, startete Microsoft die Forza Motorsport Championship. Seitdem erfreuen sich E-Sport-Rennspiele großer Beliebtheit, und die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) rief 2017 die Formel-1-E-Sport-Serie ins Leben.

Nachbildung realer Rennen

In den letzten Jahren wurden Rennspiele zunehmend komplexer. Viele integrieren inzwischen Aerodynamik in ihre Physikmodelle, sodass Spieler die realen Effekte des Luftwiderstands spüren können.

Darüber hinaus enthalten E-Sport-Spiele jetzt Bremssysteme, die Formel-1-Bremssystemen ähneln. Das Bremsen ist im Rennsport entscheidend, da es die Geschwindigkeit in den folgenden Runden beeinflusst. Es bietet Optionen für Rennnotwendigkeiten wie Reifenwechsel und Fahrwerksanpassung. Es geht bei Rennen nicht nur ums Runden beenden und Rekorde brechen; moderne Spiele beinhalten Boxenstopps, die essenziell für Rennautos und Strecken sind.

Beispielsweise nutzt Assetto Corsa, ein hoch angesehenes E-Sport-Spiel, Laserscanning, um die Streckenoberfläche und Höhenänderungen präzise zu replizieren. iRacing verwendet echte Daten, um die Maße, das Gewicht, die Aerodynamik und das Fahrwerk eines Fahrzeugs zu gestalten. Und Project CARS, ein weiteres hoch angesehenes Spiel, ist bekannt für seine exakte Simulation internationaler Rennstrecken wie Silverstone.

Technischer Realismus

Die Reifenphysik ist eine der wichtigsten Komponenten für den technischen Realismus in E-Sport-Spielen. Moderne Spiele stellen das Verhalten echter Reifen dar, wie sie auf Fahrbahnoberflächen und wechselnde Temperaturen reagieren. Außerdem bieten sie Details zu realen Bedingungen wie Regen, Schnee, Nebel und Wind. Diese wechselnden Bedingungen wirken sich auf das Fahrverhalten, die Sicht und die Rundenzeiten aus.

Zudem beinhalten Rennspiele häufig ein „Schadensmodell“, das bedeutet, dass sie Schäden bei Kollisionen realistisch einschätzen und darstellen können – einschließlich der Schwere des Aufpralls und der Ansicht des Schadensorts.

Gran Turismo Sport ist ein von Polyphony Digital entwickeltes E-Sport-Rennsimulationsspiel. Es bietet äußerst ausgeklügelte Reifenphysik und detaillierte Wetterdynamiken. Gran Turismo zieht seine Daten aus realen Berichten, einschließlich von Fahrzeugschäden. In einem Artikel der New York Times wurde Gran Turismo Sport rezensiert und als potenzielle Filmvorlage beschrieben.

Die Schnittstelle von Realität und Virtualität

Fahrer nutzen Rennsimulatoren als Trainingsmittel zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten. Simulatoren bieten zahlreiche Vorteile, um die Fahrtechnik zu schärfen. Fahrer üben in sicheren und kontrollierten Umgebungen. Moderne Simulatoren beinhalten weltbekannte Rennstrecken, sodass Fahrer sich Strecken einprägen können. Die Integration fortgeschrittener Fahrzeugmechanik ermöglicht es den Fahrern, ihre Fahrtechniken weiterzuentwickeln.

Die Technologie hilft neuen Fahrern auch, ihr Timing einzuschätzen, Fahrstrategien zu entwickeln und sich auf bevorstehende Rennen vorzubereiten. Die E-Sport-Vision von Lando Norris und McLaren Racing ist ein perfektes Beispiel für diese Entwicklung. Norris ist Formel-1-Fahrer bei McLaren und belegte 2020 den dritten Platz in der Virtual Grand Prix Serie.

Strategien und Taktiken

Die meisten Rennstrecken beinhalten Boxenstopps. Diese sind im Rennsport entscheidend, da Sportwagen während eines Rennens viel Treibstoff verbrauchen. Profis planen ihre Strategie daher rund um die Boxenstopps. Diese ermöglichen es, das Fahrzeug anzupassen, aufzutanken und Reifen zu wechseln – ein paar Sekunden, die den Unterschied im Ziel ausmachen können.

Beispielsweise nutzen sich Reifen während des schnellen Rennens ab. Die Fahrer müssen ihre Reifen wechseln, um den Grip nicht zu verlieren. Die F1-Serie und Forza Motorsport sind zwei Top-E-Sport-Spiele, in denen Spieler die Fahrzeugleistung und -einstellungen anpassen können – inklusive der oben erwähnten Details.

Eine Fusion von realem und digitalem Rennsport

Die Entwicklung von E-Sport-Rennspielen hat echte Sportevents integriert. Spiele wie iRacing, Assetto Corsa und Forza Motorsport beinhalten virtuelle Events wie die Le Mans Esports Series. Das Rennen besteht aus fünf Runden und vereint sowohl Sim-Racer als auch Profifahrer. Es findet in einer simulierten Version des Circuit de la Sarthe statt, einer bekannten Rennstrecke in Le Mans, Sarthe, Frankreich. Das Rennen hatte weltbekannte Teilnehmer wie Fernando Alonso, Formel-1-Fahrer und ehemaliger Le-Mans-Rennfahrer.

Ob virtuell oder real – Motorsport bleibt eine unvergängliche Leidenschaft, die auf kreative Weise inspiriert.

Übersetzung aus dem englischen Artikel “How Esports Car Racing Games Transform Players Into Digital Racers

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