Verstappen holt Pole nach chaotischem Baku-Qualifying mit sechs roten Flaggen

Max Verstappen sicherte sich die Pole-Position für den Großen Preis von Aserbaidschan, nachdem das Qualifying im totalen Chaos versank. Der Red Bull-Pilot schlug Carlos Sainz im Williams und Liam Lawson im Racing Bulls in einer Session, die sechsmal mit roten Flaggen unterbrochen wurde.

Baku lieferte wieder einmal das verrückte Spektakel, für das es bekannt ist. Autos krachten ständig, Sessions wurden immer wieder gestoppt, und die Fahrer schüttelten ungläubig die Köpfe. Meisterschaftsführender Oscar Piastri reihte sich ins Chaos ein, als er in Q3 vier Minuten vor Schluss die Barrieren traf – die letzte rote Flagge des Tages.

Verstappen hielt sich irgendwie aus dem Schlamassel raus und setzte zum entscheidenden Zeitpunkt eine 1:41,117. Ziemlich beeindruckend, wenn man bedenkt, dass überall Autos in die Mauern fuhren. Bei nur noch acht Rennen in dieser Saison könnte die Pole hier entscheidend sein.

Piastris Unfall war sein erster echter Fehler, seit er in Australien bei nassen Bedingungen ins Schleudern kam. Der Australier startet nun von Platz neun, was Lando Norris und anderen die Chance gibt, seine Führung von 31 Punkten in der Meisterschaft zu verkürzen. Das wird schmerzen.

Die gesamte Session war von Anfang bis Ende ein Desaster. Starker Wind machte bereits im Training Probleme, und bis zum Qualifying rutschten die Fahrer herum, als wären sie auf Eis unterwegs. Sechs rote Flaggen in einer Session? Das dürfte ein Rekord sein, den niemand haben möchte.

Sainz auf Platz zwei ist irre. Williams war diese Saison bislang nirgendwo, und plötzlich steht Carlos in der ersten Startreihe. Er dürfte begeistert sein, endlich wieder eine Podiums-Chance zu bekommen.

Lawson auf Platz drei macht alles noch spannender. Der Junge hat in dieser Saison mit Racing Bulls stets solide Leistungen gezeigt, und nun darf er vom Start weg mit den Großen mitspielen. Das ist eine dieser Chancen, die die Karriere eines jungen Fahrers prägen können – im Guten wie im Schlechten.

Sechs rote Flaggen im Qualifying sagen alles über Baku. Dieser Kurs ist gnadenlos. Ein kleiner Fehler – und man steckt in der Mauer. Heute hat sich gezeigt, dass wirklich niemand sicher ist, nicht mal der Meisterschaftsführende.

Piastri startet von neun, während Norris von sieben losfährt – das kehrt das übliche Bild um. McLaren war zuletzt das Maß der Dinge, aber nun hat ausgerechnet der langsamere Fahrer die bessere Startposition. Norris muss dieses Geschenk nutzen, denn solche Gelegenheiten gibt es in der F1 selten.

Baku liefert immer Drama, und der Sonntag dürfte keine Ausnahme sein. Der Titelkampf ist jetzt deutlich spannender, mit Piastri im Mittelfeld vergraben und Verstappen auf Pole. Noch acht Rennen – und der Kampf um den Titel hat womöglich gerade eine neue Wendung genommen.

Was dieses Qualifying-Ergebnis noch bedeutungsvoller macht, ist der mögliche Einfluss auf den gesamten Meisterschaftsverlauf. Verstappen hat seit seiner dominanten Frühjahrs-Serie kein Rennen mehr gewonnen, und von der Pole aus hat er nun die perfekte Chance, wieder an die Spitze zu kommen. Gleichzeitig zeigt Piastris Fehler, dass selbst die konstantesten Fahrer unter Druck Nerven zeigen, wenn der Titel in Reichweite ist.

Mit den Konstrukteurs-Punkten, die ebenfalls zur Debatte stehen, und McLaren als Führender in diesem Kampf, zählt jede einzelne Position mehr denn je. Das Rennen am Sonntag könnte der Wendepunkt in einer bisher völlig unvorhersehbaren Saison 2025 werden.

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Übersetzung aus dem englischen Artikel “Verstappen Takes Pole After Wild Baku Qualifying With Six Red Flags

Written by

Jarrod Partridge

Jarrod Partridge is the Co-Founder of F1 Chronicle and an FIA accredited journalist with over 30 years of experience following Formula 1. A member of the AIPS International Sports Press Association, Jarrod has covered F1 races at circuits around the world, bringing first-hand insight to every race report, driver profile, and technical analysis he writes.

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