Nach 75 Jahren ist die Formel 1 endlich groß in den USA

Motorsportfans in den USA haben sich schon immer hauptsächlich auf IndyCar und NASCAR konzentriert, während die Formel 1 eher im Hintergrund stand. Doch dank Netflix’ Drive To Survive sind Namen wie Lewis Hamilton und Max Verstappen inzwischen allgegenwärtig. Das Land ist außerdem Gastgeber von drei Rennen im Kalender – in Las Vegas, Miami und Texas.

Und während der Großteil der Welt seit 1950 die Formel 1 genießt, beginnt Amerika nun endlich, aufzuholen.

Vor zehn Jahren schien die Vorstellung, dass die Formel 1 in den USA populär werden könnte, höchst unwahrscheinlich. Der Sport hatte Schwierigkeiten, eine dauerhafte Fangemeinde aufzubauen – trotz kontinuierlicher Bemühungen. Rennen in Phoenix und Long Beach in der Vergangenheit sowie ein kurzer Abstecher in den Caesars Palace in Las Vegas konnten nur wenige Zuschauer anlocken. Die Rennen in Indianapolis in den frühen 2000ern waren etwas erfolgreicher, erreichten jedoch nicht das Niveau, das sich die F1-Verantwortlichen erhofft hatten.

All dies änderte sich Mitte der 2010er Jahre mit der Ankunft von Liberty Media, einem amerikanischen Unternehmen, das die Formel 1 im Jahr 2017 übernahm. Dies markierte den Beginn einer neuen Ära für den Sport in den USA, der seitdem seine Präsenz deutlich ausgebaut hat. Drive to Survive war ein weiterer Gamechanger und begeisterte eine neue Generation von Fans, indem es Einblicke hinter die Kulissen des Trainings, der Leidenschaft und des Dramas bot.

Der Circuit of the Americas (COTA) in Texas veranstaltete 2012 sein erstes Grand-Prix-Rennen. Obwohl es anfangs schwierig war, die Tribünen zu füllen, begann hier eine Beziehung zwischen den amerikanischen Fans und der Formel 1. Bis 2021 verzeichnete die Rennstrecke in Austin Rekordzahlen mit über 400.000 Zuschauern an einem Rennwochenende.

Miami folgte dem Vorbild von COTA mit seinem Debütrennen im Jahr 2022, wodurch die Reichweite der Formel 1 in den USA weiter ausgeweitet wurde. Doch das wahre Juwel in Amerikas Formel-1-Krone war das Debüt des Straßenrennens in Las Vegas im Jahr 2023, bei dem die Autos nachts über den Strip rasten. Dieses extravagante Event verband Motorsport und Unterhaltung – alles unter dem wachsamen Auge der Las Vegas Dome.

Es sind jedoch nicht nur die Besucherzahlen vor Ort, die über die Jahre gestiegen sind. Auch die TV-Einschaltquoten sind in die Höhe geschnellt. Laut ESPN verzeichnete die Saison 2023 durchschnittlich mehr als eine halbe Million Zuschauer pro Rennen. ESPNs anhaltende Partnerschaft mit der Formel 1 war maßgeblich für das Wachstum des Sports in den USA verantwortlich, da der Sender alle Rennen sowie Vor- und Nachberichte überträgt, die jedes Wochenende neue Zuschauer anlocken.

Das Wachstum der Formel 1 in den USA ist auch ihrer zunehmenden kommerziellen Präsenz zu verdanken. Amerikanische Unternehmen sponsern Teams und Fahrer, und Haas ist sogar ein amerikanisches Team. In der Saison 2024 fuhr der Amerikaner Logan Sargeant für Williams, bis er durch Franco Colapinto ersetzt wurde.

Es scheint wahrscheinlich, dass die Formel 1 sich einen dauerhaften Platz in der amerikanischen Sportwelt gesichert hat – mit drei Rennen im Land und einer wachsenden Fangemeinde.

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Übersetzung aus dem englischen Artikel “After 75 Years Formula 1 Is Finally Big In The US

Written by

Jarrod Partridge

Jarrod Partridge is the Co-Founder of F1 Chronicle and an FIA accredited journalist with over 30 years of experience following Formula 1. A member of the AIPS International Sports Press Association, Jarrod has covered F1 races at circuits around the world, bringing first-hand insight to every race report, driver profile, and technical analysis he writes.

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